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Tirol, Tag 3: Lenggries – Wiesing (Inntal), 54 km, 640 hm

Flucht in die Fahrradgarage

Kurzer Nachtrag: Ich hatte ja Schmacht ohne Ende, da seit Gaby’s vorzüglichem indischen Essen am Samstag und Susanne’s Stullen am Sonntag nichts wirklich Gutes den Weg in meinen Magen gefunden hatte.

Wegen des Feiertags waren die Pizzeria,die Gastsube, das Campingrestaurant und meine letzte Hoffnung: der „Alpendöner“ geschlossen. Die Ratsstube und die Dorfschänke hatten keine Plätze mehr frei – noch nicht einmal für eine Person. Der Ober im „Neuwirt“ ließ mich jedoch nicht alt aussehen und wies mir kurzerhand ein Plätzchen im Biergarten zu. Etwas derbe fragte er mich nach meiner Bestellung mit: „Schieß los! „

Ich habe dann losgeschossen und mir sowas den Magen zubetoniert mit den fettigen vegetarischen Käsespätzle aus der Pfanne! Sehr lecker. Und diese habe ich dann wieder schwimmen lassen im hellen Hofbräu Bier. Mein Bruder hätte mit mir noch einen Obstler nachgelegt. Aber den gibt’s hier leider nicht – den Bruder.

Am Zeltplatz angekommen, fängt es dermaßen an zu schùtten und zu stürmen, dass ich alle Sachen, die sich im Zelt befinden vor dem Regen in die Fahrradgarage rette und dem Zelt zum Abschied viel Standfestigkeit wünsche. Denn die Aussichten sind nicht gerade gut:

Aber es gibt nette und kontaktfreudige Leute im Aufenthaltsbereich und einen gut gefüllten Kühlschrank. Ab und an kommt jemand rein und berichtet von den erlittenen Schäden: Vorzelt gerissen, Campingherd mit heißem Wasser umgekippt, Plane verweht, Wasser im Zelt, usw.

Da Sturm und Regen anhalten, leiste ich meinem Rad in der Garage Gesellschaft und übernachte gleich dort. Hauptsache sicher und trocken.


Am Morgen scheint die Sonne, als sei in der Nacht nichts geschehen. Die Nachbarn beseitigen die Schäden, aber mein ungenutztes Zelt steht noch wacker auf der Wiese und innen ist es sogar trocken geblieben.

Um neun bin ich startklar für die Abfahrt, aber nach der kurzen Abfahrt ins Dorf wird zunächst beim Edeka „März“ gefrühstückt.

Stuhlkreis

Weiter geht die Fahrt entlang der Isar, aber ohne sie oft sehen zu können. Am Vormittag erreiche ich den Sylvensteinspeicher.

Die Hinweisschilder kündigen schon die Grenze zu Österreich an. Fast ohne es zu merken, überquere ich die Grenze und befinde mich in einem Land, in dem der Herr mit Hut das widerstrebende Kind auf den Gehweg zerrt. „Gehe nie mit einem Fremden mit“ möchte man da drunter schreiben.

Es folgt eine traumhafte Passage entlang des Achensees. Der Uferweg ist nur für Radfahrer und Fußgänger frei. Der klare, leuchtend türkisfarbene Aloensee lockt viele Wassersportler an und natürlich auch mich.. Das kühle Wasser ist eine willkommene Erfrischung in dieser Sommerhitze. Zudem bietet sich ein tolles Panorama mit den Bergen im Hintergrund.

Hier übt die Jugend das Klettern
Nur für Wanderer und Radfahrer

Hinter dem Ort Eben kann ich schon das Inntal sehen. Auf einer Schotter-Serpentinenstrecke vernichte ich leider die mühsam erstrampelten Höhenmeter, bis die Bremsscheiben glühen. Das ist traurig, hilft aber nicht. Letztendlich sind es ca. 400 hm auf 5,5 km. Die mir entgegen kommenden Radler tuen mir echt leid, denn die müssen diese herbe Steigung auf einer relativ kurzen Strecke bewältigen.

Hinab ins Inntal. Schade um den Höhenverlust ;-(
Man beachte den Abgrund am Ende der Tour
Kirche in Wiesing

Bei Wiesing finde ich einen erstklassigen Campingplatz, wo ich auch meinen erhitzten Körper abkühlen und regenerieren kann. Das abendliche Champignonschnitzel mit großem Beilagensalat für nur 12 € schmecken vorzüglich. Der Dehydrierung beuge ich mit hellem „Stiegl-Bier“ vor. Ich bin gespannt auf morgen. Der nächste Campingplatz, den ich mir ausgesucht habe, ist 75 km entfernt.

Die Füße machen immer noch rotierende Bewegungen
Das ist reichluch

Ich habe gerade ein neues Feature entdeckt: Einbetten von YouTube-Videos. Also hier zwei Rundblicke über Campingplatz und Ort: