Zum Inhalt springen

Aus der Ferne an die Nahe, Tag 3, Saarburg – Saargemünd, 103 km

Die Nacht war äußerst besch … Und das kam in Kurzfassung so:

Um zwei Uhr nachts ist es plötzlich ziemlich hell im Zelt. Nanu, ist etwa ein Gewitter im Anmarsch? Es war doch nichts angekündigt. Mal nachschauen was da los ist und eben das Handy hochfahren und die Wetter-App checken. Mist. Schon zweimal die falsche Pin eingegeben. Mit Stirnlampe im Portemonnaie nach der richtigen Pin gesucht. Währenddessen gesellt sich Donner zu den Blitzen und es kommt alles bedrohlich näher. Die Pin ist jetzt – kurz vor drohender SIM-Sperre – richtig. Und es stimmt, da kommt was Dickes auf uns zu.

Krass: 22 Liter pro qm

Also besser nicht im Zelt bleiben und alles schnell zusammen klauben und ab ins Waschhaus. Nochmal zurück für den Rest, schon prasseln die ersten fetten Tropfen auf mich hinab. Dann öffnet sich der Himmel. Es gießt wie aus Eimern während die Blitze die Nacht zum Tag machen. Es grollt und donnert überall, während ich im Waschhaus bin. In Sicherheit. Mein Nachtlager richte ich auf einer Pritsche ein. Das grelle Neonlicht brennt verdammt nochmal die ganze Nacht.

Wie in der Pathologie – Hauptsache trocken

Ziemlich gerädert stehe ich um 7 Uhr auf. Das Zelt hat die Nacht gut überstanden. Es ist innen sogar trocken geblieben, aber außen und im Umfeld ist alles triefend nass. Glück gehabt, hätte schlimmer kommen können.

OK, die Fahrt geht trotz schlechter Wetter+ Prognosen weiter. Aber erstmal zum Bäcker für ein kleines Frühstück. Danach Abschied von Saarburg.

Antrieb der Mühlräder

Es geht immer an der Saar entlang. Meistens flach, aber auch mal hoch mit Aussicht.

Roter Steinbruch
Schleuse Serrig
Brücke im “Kölner Grün”
Bemerkenswerte Felsformationen

Saarlouis beeindruckt durch die gigantischen Festungsanlagen und wassergefüllten Burggräben.

Der “Große Markt” ist leider ein großer Parkplatz. Schade.

Vor Saarbrücken sieht man mehr und mehr Industrieanlagen. Einst wurde hier produziert ohne zu rasten, heute rosten viele Anlagen still vor sich hin.

Da schlägt das Herz des Schrottis höher. Hier liegen Werte

Saarbrücken hat mir vom ersten Eindruck an nicht gefallen. Zu viel Verkehr, zu laut, schlechte Luft. Ein, zwei Fotos und schnell weg.

Ab Saarbrücken ist die Saar wieder schön.

Schleuse Nr. 29
Warten auf Fracht
Hier sieht man kurz vor Saargemünd die Mündung der Blies

Von Saargemünd bin ich ganz begeistert. Aber ich befinde mich natürlich in Frankreich. So heißt es hier Sarreguemines. Und keiner hier versteht Deutsch oder Englisch.

Über dem Tor steht die Inschrift “Kais. Landgericht”.

Angesichts der tristen Wetterprognose nehme ich mir doch lieber ein Zimmerchen im Hotel Union, das auch schon bessere Tage gesehen hat. Es strahlt aber einen gewissen morbiden Charme aus.

Hotel Union

Und morgen? Wetter gut, alles gut. Vielleicht bis zur Glan und wieder zelten, bevor das Zeug schimmelt.

Kommentarbereich

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert