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Emden (1)

Köln, 08:15 Uhr

Abenteuer Bahn. Unser Weg nach Emden.

Wir konzentrieren uns bei der Einfahrt des Zuges auf den letzten Wagen. Das ist der mit unseren reservierten Fahrradstellplätzen. Nur dumm, dass die angekündigte Wagenreihung entgegen der Anzeigen auf der App und auf den Gleis-Displays kurzfristig gedreht worden ist. Vorne ist nun hinten und hinten vorne. Etwas verwundert und in Hektik quetschen wir uns irgendwie in eine Sitznische im letzten Wagens.

Der Zugbegleiter ermahnt uns nach der Abfahrt  doch bitte den richtigen Wagen mit unseren reservierten Stellplätzen aufzusuchen, sonst könne der Zug aus Sicherheitsgründen die Fahrt nicht fortsetzen.

Der Zug kann allerdings später seine Fahrt aus einem ganz anderen Grund nicht fortsetzen.

Aufgrund eines Böschungsbrandes und Stellwerkschadens erreichen wir nur den Leverkusener Bahnhof. Und warten – und warten. Immerhin ist es gestattet den Zug zu verlassen und generös bietet die Bahn kostenloses Tafelwasser im Tetrapack an. Bordbistro Fehlanzeige.

Eines scheint nach 2 Stunden klar zu sein: das Zugpersonal ist genauso schlecht informiert wie wir und dieser Zug wird niemals nach Emden fahren. 

Wir entschließen uns daher die 15 km zum Kölner Hauptbahnhof zurück zu radeln und unser Glück mit einer neuen Verbindung zu versuchen.

5 Stunden später am selben Ort.

Um 13;45 Uhr soll der IC 2200 von Gleis 3 nach Emden fahren. Und es gibt tatsächlich noch freie Plätze für unsere Räder. Denn ohne Reservierung keine Mitfahrt.

2 Minuten vor der geplanten Abfahrt werden wir über Lautsprecher darüber informiert, dass der Zug nun außerplanmäßig von Gleis 1 fährt.

Für alle, die nicht so häufig Bahn fahren: ein Bahnsteigwechsel ist eine mittlere Katastrophe.

Denn man muss mitsamt Gepäck und Rädern von dem einen Bahnsteig – idealerweise per Aufzug, notfalls über Treppen – eine Ebene runter, um dann wieder auf den anderen Bahnsteig hoch zu steigen.

Gleichzeitig mit uns bewegen sich natürlich hunderte anderer Passagiere hektisch in die selbe Richtung.

Der Zug wartet schon, was für einen weiteren Adrenalinschub sorgt. Er benötigt aber noch weitere 20 Minuten bis zur Abfahrt.

Schweißgebadet lassen wir uns in die Polster fallen.

Auch dieser Zug fährt sich eine Stunde Verspätung ein. Und so erreichen wir Emden erst um 18:30 und damit 5 Stunden später als geplant.

Nach einem kleinen Einkauf bei Netto erreichen wir um 20 Uhr unsere Unterkunft.

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