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2019 Kempten – Zadar, Via Claudia Augusta

Tag 1 Radreise Kempten – Venedig / Pula – Zadar 06.-28.07.19  350 Δ 160 runter 36 km.

Zuerst geht es mit dem Zug von Köln nach Kempten im Allgäu. Die Fahrt ist recht amüsant, da wir mit 5 interessanten Senioren ins Gespräch kommen, die die Allgäu-Radrunde vorhaben, die wir ja schon vor 3 Jahren geradelt sind. Da gibt’s ne Menge Gesprächsstoff und die schöne Landschaft zieht vorüber. So gehen die 6 Stunden Zugfahrt wie im Flug vorbei und das Allgäu empfängt uns nach anfänglichem grauem Himmel nach und nach mit strahlender Sonne. Wegen schlechter Wetterprognosen verzichten  wir aber auf’s Zelten und steigen in Ute’s Pension am Grüntensee ab. 24 € p.P. incl. Frühstück. Gegessen wird zünftig im Wertacher Hof. Ein sehr gelungener erster Radreisetag.

Tag 2 Radreise Grüntensee – Biberwier 790 Δ   78 km 28 Grad.

Gegen 06:30 Uhr werden wir durch ein heftiges Gewitter und Sturmböen aus dem Schlaf gerissen. Na, das kann ja heiter werden. Nach einem sehr reichhaltigen Frühstück bei der guten Ute starten wir bei mittlerweile trockenem Wetter Richtung Süden. Nesselwang, Pfronten, Füssen und Reutte liegen auf unserer Strecke. Eine grandiose Landschaft! Hinter Reutte geht’s kräftig bergan und 30 kg Ladung verlangen kräftige Arbeit an der Kurbel. Auf den letzten 5 km setzt leider Regen ein und die Zugspitze bei Ehrwald und Bieberwier versteckt sich in dicken Wolken. Heute kommen wir bei Frau Wörz unter und genießen ein leckeres Abendessen und den dann freien Blick auf die Berge. Morgen ruft der Fernpass.

Tag 3 Nassereith – Pfunds  😉 80 km 645 hm 14 – 21 Grad. Nach Gewitterregen in der Nacht entscheiden wir uns für den Radshuttle über den Fernpass. Aber erst mal lecker frühstücken im Wintergarten mit Bergpanorama bei Frau Wörtz. Der Radtransporter bringt uns gerade mal 200 hm über den Berg und entlässt uns vor Nassereith auf die Piste. Durch die beeindruckende Berglandschaft geht es zum Inntal über Ims und Landeck nach Pfunds. Das Wetter ist optimal zum Radfahren, trocken und nicht zu warm.

10 km vor dem Ziel setzt leider Regen ein, aber wir finden ein tolles Quartier im Bauernhof von Familie Köhnle für günstige 25 € p.P. incl. Frühstück. Jetzt gehen wir in die Traube und werden schlemmen, damit wir für den morgigen Aufstieg zum Reschenpasses genug Körner haben. 

Tag 4: Die „Königsetappe“ von Pfunds nach Laas. 78 km, 850 Hm über den Reschen (1500 m). 15 – 27 Grad. Nach dem abendlichen Mahl in der „Traube“ (Tiroler Cordon und Spinatknödel) und Oma Köhnle’s Frühstück geht es mit gut gefüllten Energiespeichern den Berg hinauf Richtung Reschen. Unser Elan wird aber alsbald jäh gebremst. Die nächtlichen Gewitter haben den Radweg durch umgestürzte Bäume unpassierbar gemacht. So müssen wir auf die Asphaltstraße ausweichen und allmählich bergauf und wieder bergab nach Martina in der Schweiz hoch radeln. Vom Zollbeamten lapidar durchgewunken beginnt hier der eigentliche Aufstieg zur Norbertshöhe wieder in Italien. 11 Spitzkehren zählt der steile, aber durchweg fahrbare Aufstieg. Kehre um Kehre klettern wir nach oben und meistern den Aufstieg zur Norbertshöhe (1405 m) souverän. Danach erfolgt noch ein kurzer Anstieg zum Reschensee mit dem versunkenen Kirchturm von Graun. Und dann erfolgt die allerschönste und spektakulärste Abfahrt über die Vinschgau Radroute, die wir je erlebt haben. 

Mittlerweile sind wir nach 30 km bergab in Laas auf einem wunderschönen Campingplatz direkt an der Etsch gelandet. Das Vinschgau hat uns mit einem Traumwetter empfangen.  Morgen gehts wieder 50 km bergab nach Meran. Wir sind rechtschaffen müde und kriechen nach reichlich Flüssigkeit, Pizza und Tagliatelle erschöpft aber sehr glücklich ins Zelt.

„Die Rad-Autobahn“: Tag 5. 97 km über die Etschtalradroute von Laas – Lasa nach Leifers. 21 bis 34 Grad. So einen tollen Radweg haben wie noch nie gesehen. Auf einer breiten, gut asphaltierten Radstraße, ohne jeglichen Autoverkehr, geht es stetig abwärts Richtung Bozen.Wir kommen durch schöne Dörfchen, vorbei an riesigen Apfelplantagen und immer entlang der Etsch (Adige). So schön ist die Landschaft hier, dass wir die rasante Abfahrt sehr gerne und oft wegen Fotostopps unterbrechen. Wir erreichen bei km 86 des Radweges Meran und weiter folgt Bozen. Auch wenn es stetig bergab geht (vom Reschensee 1511 Hm bis Bozen 300 Hm),  zehrt doch die Hitze, denn das Thermometer zeigt am späten Nachmittag 34 Grad. Wir haben heute keine Lust unser Zelr aufzuschlagen, sondern beziehen auf einem Campingplatz der Rudolf Steiner – Gemeinde den Bungalow „Blümelein“. Klein, sauber und vor allem ein eigener Sanitärbereich. Morgen geht’s Richtung Trento.

Tag 6 Leifers – Levico See 89 km, 650 m rauf. Die Nacht im „Blümelein“ bringt uns satte 11 Stunden Schlaf und nach dem Frühstück auf der Terrasse des Bungalows setzen wir die Fahrt durchs Etschtal fort. Schier endlos sind die Apfelplantagen in der Talebene des Flusses. Die meisten Dörfer kleben hingegen an den Hàngen der steil aufragenden Berge. Nach ca. 180 km Bergabfahrt erreichen wir Trento, die namensgebende Stadt der Region Trentino. Sehr schön hier. Ab hier geht’s aber mal wieder steil um 350 Höhenmeter den Berg hinauf zum Pass und dann mit Blick in wunderschöne grüne Tàler hinunter zum Levico See. Trotz leichten Regens entscheiden wir uns für´s Zelten, da die Wetterprognosen relativ gut erscheinen. Weit gefehlt. Es regnet immer stärker und bald gießt es in Strömen. Schön, wie die Regentropfen auf das Zeltdach trommeln. Doch unser Zeltchen besteht die Regentaufe und alles bleibt trocken.

Tag 7 Die Sahnetour. 58 km. 32 Grad vom Levice See zum Arsie See. Heute geht es durch das idyllische Val Sugana über den Passo di Rosso nochmals bergan zum Lago di Arsie. Eine zauberhafte Strecke, super ausgebaut für den Radverkehr. Sehr schön ist auch das Städtchen Borgo. Nachdem wir gestern neben einer Autobahn campieren mussten, sind wir heute froh, abseits jeglichen Verkehrs am Ufer des Arsie Sees zu zelten. Momentan gewittert es zwar, aber im Notfall dürfen wir die Überdachung von Häuschen abwesender Dauercamper nutzen. Mit 32 Grad war es heute recht heiß, aber man gewöhnt sich dran.

Tag 8 Wasch- und Ruhetag. Lago del Corlo. 10 km. Der vermeintliche Lago d. Arsie heißt bei näherer Betrachtung Lago del Corlo. Die Nacht war mal wieder sehr gewittrig und es hat wieder wie aus Kübeln gegossen. Die Idee unter dem Überzelt des unbenutzten Nachbarbungalows zu nächtigen, scheiterte jäh an den plötzlich auftauchenden Besitzern,  die von unserem Ansinnen „not amused“ waren, so dass wir deren Terrasse fluchtartig räumen mussten. Aber im Zelt alles ist trocken geblieben. Nach mehr als 500 km in der letzten Woche ist es nun Zeit für einen Wasch-und Ruhetag. Bei 34 Grad nehmen wir ein Bad im erfrischenden Bergsee und schlendern durch das pittoreske Dörfchen Arsie. Auch die Wäsche ist wieder ganz frisch für die morgige Fahrt nach Castelfranco Veneto. 

Ein Traum. Tag 9. 65 km. Lago del Corlo – Castelfranko Veneto. Eine Nacht mal ohne Regen und Gewitter. Auf dem Campingplatz sind ca. 50 Kanuten eingetroffen, die ein bisschen Party machen. Wir sind aber so müde, dass wir sofort in den Schlaf finden. Vom See geht’s noch einmal einen Pass hoch und dann über eine Serpentinenstrecke mit spektakulären Aussichten hinab ins malerische Brenta Tal. Hier treffen wir auch die Kanuten vom Zeltplatz wieder. In Bassano mit der historischen Holzbrücke nehmen wir leider Abschied von den Bergen bevor wir uns fast unvermittelt in der oberitalienischen Tiefebene wiederfinden. Die schönen Berge liegen nun hinter uns und es geht bei mittlerweile 33 Grad durch viele Gewerbegebiete nach Castelfranco. Schlagartig haben sich Landschaft und Vegetation geändert. Üppig blühende Oleanderbüsche und Zypressen säumen nun den Weg. Wir nehmen mal wieder ein Hotel, denn morgen geht’s früh raus nach Venedig, wo wir um 17 Uhr die Fähre nach Rovinj nehmen werden.

Tag 10. Diesen Streckenabschnitt kann man getrost vergessen: Castelfranco de Veneto – Venedig 60 km. Es ist furchtbar. Fast die ganze Strecke geht es auf nicht vorhandenen oder schlechten Radwegen über viel befahrene Landstraßen durch Städte und Gewerbegebiete.  Die Landschaft ist öde, nur hier und da eine schöne Kirche, viele verlassene Häuser und einige wenige prächtige Gebäude, die vom Reichtum vergangener Zeiten zeugen. Krass sind die Mücken. Während einer kurzen Pause in einem Wäldchen werden wir dermaßen gestochen, dass nur die schnelle Flucht hilft. Ca. 10 km vor Venedig gibt es keine Beschilderung mehr fúr Radwege und trotz Navi finden wir im dichten Verkehr nicht die Zufahrt zum Damm, der das Festland mit der Insel verbindet. Wir nehmen ein Fährboot und erreichen so die Lagunenstadt. Dort werden wir jedoch mit missbilligenden Blicken bedacht und jemand weist uns energisch darauf hin, dass Räder bei einer Strafe von 50 € streng verboten seien. Also schleichen wir uns schiebenderweise durch dichte Touristenströme und mogeln uns irgendwie an Polizisten vorbei. Endlich erreichen wir den Hafen und das Jetboot,  das uns nach Rovinj bringt. An Bord genießen wir die vorüberziehende Skyline von Venedig. Seit Kempten haben wir nun 660 km entlang der Via Claudia Augusta in den Beinen und wir freuen uns auf den zweiten Teil unserer Radreise durch Istrien und die Kvarner Bucht nach Zadar.

Tag 11 von Rovinj nach Pula (Banjol), 60 km. Wegen der späten Ankunft der Fähre buchen wir ein Zimmerchen nahe des Zentrums und genießen einen abendlichen Spaziergang durch Rovinj. Nach einer geruhsamen Nacht geht es über viele kleine Schotterpisten entlang der Küste Richtung Pula. Manchmal sind die Wege so schlecht, dass lange Passagen nur schiebenderweise zu bewältigen sind. Doch durch sehr wenig Verkehr und eine schöne Küstenlandschaft werden wir entschädigt. In Pula werfen wir noch schnell einen Blick auf das römische Amphitheater und den Augustustempel. Durch das stete Auf und Ab, die holprigen Wege und die Hitze von bis zu 33 Grad machen wir heute nicht so viele Kilometer. Am Abend schlagen wir das Zelt auf Diana’s Platz auf.

Tag 12 von Pula nach Medulin  30 km. Wieder ein sehr schöner Abschnitt über „Pistriens“ Holperwege. Wir gönnen uns ein Bad im Meer des Naturschutzgebietes Kamenjak und können nicht verstehen, warum die Durchfahrt für hunderte Autos gestattet ist. Zumal die auch jede Menge Staub aufwirbeln, den wir schlucken müssen. Und das bei 33 bis 38 Grad. Heiß, aber doch erträglich. In Medulin soll der Zeltplatz unverschämte 40 € kosten. Aber bei Booking gibts noch ein großes Appartment eines Kroaten für 43 die Nacht. Perfekt für unsere Bedürfnisse gemacht. Hier bleiben wir gleich zwei Nächte, entstauben uns und relaxen ein wenig.

Tag 13. Ruhe- und Waschtag in Medulin. 14 km. Wir nutzen die vielen Fazilitäten unseres Appartments: Kochen, Waschen, Relaxen, Duschen … Recht angenehm, wenn man bedenkt, dass die Übernachtung im Vergleich zum Zelten nur 3 € am Tag mehr kostet. Am Nachmittag cruisen wir mit den Rädern an der Küste entlang und nehmen ein erfrischendes Bad im Meer bei 34 Grad.

Tag 14. Heißer Ritt durch das Outback Istriens. Medulin – Plomin. 93 km. Um 6 klingelt der Wecker und um 7:45 radeln wir bei angenehmen 24 Grad an den noch menschenleeren Stränden vorbei. Das Meer ist spiegelglatt und das frühe Morgenlicht verzaubert die Landschaft. Wir fahren Pisten, die man eher in Australien erwartet. Rot ist die Erde und das dornige Strauchwerk ragt manchmal gefährlich in den Weg hinein. Wir erreichen die Ostküste, müssen aber wegen Filmaufnahmen die Küstenstraße verlassen. Allmählich schrauben wir uns höher und höher auf 260 m und füllen in Barbat 3.5 ltr. Wasser auf, bevor es über eine Asphaltstraße 7 km bergab geht. Ein Abstecher nach Tveget bringt leider außer 10 km Umweg nicht die erhoffte Unterkunft. Alles ausgebucht, Wir also weiter, nochmals 230 m hoch. Ein Oldenburger Urlaubspaar lädt uns auf ein Wasser ein. Sehr nette Begegnung. Das Thermometer zeigt nun 41 Grad über dem Asphalt. Nach 93 km erreichen wir nach einer Schotterabfahrt, die wir meist schiebend bewältigen müssen, das Örtchen Plomin. Ein Dorf das anmutet wie Auenheim, im Schatten eines Kohlekraftwerks, aber wenigstens am Meer. Einfaches Zimmerchen, egal, wir freuen uns, dass wir nach 12 Stunden Fahrtzeit überhaupt etwas bei Branco, dem Vermieter, gefunden haben. 

Tag 15. Plomin – Cres. 41 km. Nachdem wir im Schatten des Kohlekraftwerks ein leckeres Abendessen hatten, werden wir noch von Branco und seiner Frau auf ein Glas Wein eingeladen. Ein sehr netter und interessanter Ausklang eines schönen Tages. Der Techno-Beat, der von einem Partyschiff die ganze Nacht herüber schallt stört nicht unseren tiefen Schlaf. Morgens geht es erst mal – schiebenderweise – 250 m bergauf Richtung Fähre. Wir kennen das ja schon. Wieder bergab fahren wir an mehr als 100 Autos vorbei, die vor dem Fähranleger in der Schlange stehen. Nach einer kurzen Überfahrt erreichen wir die Insel Cres, wo uns ein 10 km langer Aufstieg auf eine Höhe von 450 m erwartet. Das Thermometer zeigt heute „nur“ 34 – 37 Grad an. Der Anstieg zum Reschenpass war mir lieber. Aber was für eine Aussicht bietet sich dann auf die Istrische Küste und die Kvarner Bucht! Das lässt die Strapazen der Aufstiege schnell vergessen. Nach einer schönen Abfahrt erreichen wir die Stadt Cres, wo wir auf Empfehlung eines Italieners bei Anna aus Neuwied für 4 Tage Quartier finden. Sie kümmert sich um die Vermietung der Appartments ihres Bruders,  der hier das Restaurant „Belona“ betreibt. Hier werden wir vorzüglich bewirtet und lassen den Abend bei einem Glas Wein am Hafen ausklingen.

Tage 16 – 18 Cres. Nachdem wir zunächst durch die krasse Auffahrt zur Inselmitte etwas abgeschreckt worden sind, werden wir durch die schönen Strände und das nette Hafenstädtchen Cres entschädigt. Hier heißt es nun: 3 Tage relaxen, sightseeing, Wein trinken, schwimmen … Die Bilder sprechen für sich. Aber morgen geht’s weiter nach Mali Losinj.

Tag 19 Cres – Mali Losinj. 62 km. Hier ist es zwar nicht gerade so heiß wie in Köln (41), aber angesichts der hier herrschenden Temperaturen verabschieden wir uns schon um 6:30 Uhr von unserer Herbergsmutter Ana aus Neuwied und beginnen den 12 km langen Aufstieg auf ca. 330 m. Noch liegt die Bergflanke im Schatten und das Thermometer zeigt 24 Grad. Doch je weiter der Vormittag voranschreitet, erreichen wir den Höchstwert von 37 Grad. Anhalten ist tödlich, es hilft nur der kúhlende Fahrtwind beim Radfahren. Nach vielen Aufs und Abs erreichen wir am Mittag Mali Losinj und buchen ein „Vintage“ -Zimmer bei der alten Dame Marija. Nachmittags baden wir im Schatten der alten Hotelresidenzen und treffen zufällig unsere Nachbarn Turic aus der Jahnstr., die hier ein Haus besitzen. Nach einer leckeren Minestrone con Pasta aus unserer Trangia-Küche, schlendern wir abends über die proppenvolle Hafenpromenade und lassen den Abend bei einem Aperol-Spritz gemütlich ausklingen.

Tag 20. Mali Lošinj – Premuda – Silba – Olib – Ist – Zadar. Bei einer halben Inselumrundung Mali Losinj’s sehen wir noch viele schöne Buchten und erreichen nach der Rückkehr die 1000 km Marke!  Feiern werden wir diese Leistung spàter, denn schon um 16:30 geht unsere Fähre nach Zadar. Quasi eine kleine Kreuzfahrt zu einigen Inseln der Kvarner Bucht. 6,5 Stunden Seefahrt für gerade mal 17 € pro Person. In voller Pracht sinkt die rote Abendsonne über den Inseln in das dunkle Meer der Kvarner Bucht und die „Lustigen Bosniaken“ stimmen auf der Fähre bierseelig zahlreiche Volksweisen an. Da wir erst gegen 23 Uhr ankommen werden, haben wir vorgesorgt, um die nàchtliche Suche nach einer Unterkunft zu vermeiden. Wir werden die letzten Tage unserer Reise in einem Airbnb-Appartment in Jasminka’s urigem Steinhaus direkt im Zentrum verbringen.

Tag 21. Sightseeing in •Zadar• mit tausenden anderer Touristen, u.a. Passagiere eines vor Anker liegenden Kreuzfahrers – ganz schrecklich diese Massen, die sich über das spiegelblank polierte Pflaster der schönen Altstadt schieben. Aber andererseits sind ja auch ein Teil davon. Noch ein kühlendes Bad und ein Essen im Restaurant an der Strandpromenade. Morgen geht’s für einen Ausflug lieber raus aus der Stadt nach Nin. Übrigens haben wir schon die Kartons für den Transport der Fahrräder bei „Rog Joma“ besorgt. Kein Problem und umsonst. Sehr nett diese Kroaten, wie überall. Jetzt müssen nur noch die Räder zerlegt werden und in diese Boxen passen – spannend!

Tag 22. Zadar – Nin – Petrćane – Zadar. 49 km. Leider steht heute der vorletzte Urlaubstag an. Wie beim Almabtrieb die Kühe, wollen auch unsere Rösser geschmückt werden,  bevor sie in den heimischen Stall kommen. Es geht also zunächst in die Waschanlage, um die dicke Patina der letzten Wochen zu entfernen. Blank heraus geputzt geht es nun in die historisch bedeutungsvolle Stadt Nin, deren römischer Tempel einst der größte ganz Dalmatiens war. Reste einer alten Festungsmauer umgeben diese Stadt am Meer. Diese konnten sie aber nicht vor einer sehr schweren Sturmflut bewahren, die hier erst vor 2 Jahren wütete und vieles zerstört hat. Ermüdet durch so viel Kultur finden wir Entspannung bei einem Bad im Meer vor Petrćane und radeln dann entlang der Küste auf dem Eurovelo 8 (Mittelmeer-Fahrradroute) zurück nach Zadar. Nur 90 Minuten dauert die Verpackung unserer treuen Gefährten in die Boxen für den Heimflug. 1070 km ohne eine einzige Panne, nicht mal Luft mussten wir nachpumpen! Jetzt wird noch der Rest gepackt und morgen geht’s ab zum Flughafen.

Tag 23. Zadar – Köln. Wir haben noch etwas Zeit und laufen ein letztes Mal in die Stadt. Der Himmel verfinstert sich und bleigraue Wolken hängen über dem Meer. Zadar weint zum Abschied. Es gewittert und gießt wie aus Kübeln. Unser Airbnb-Host Jasminka fährt uns und unser ganzes Gepäck zum Flughafen. Sogar pünktlich fliegt uns Ryanair alles andere als klimaneutral nach Köln. Die Fahrräder werden in 90 Minuten zusammen gebaut. Jetzt nur noch ein letztes Abenteuer: die S-Bahn. Hier endet nun mein Bericht eines gigantischen Urlaubs: tolle Landschaften, interessante Leute. unvergessliche Eindrücke in einem super Team! Das war unsere Radreise von Kempten nach Zadar.