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Graz – Budapest – Wien (8)

Balatonakali – Balatonakarattya, 60 km, 400 hm

Unsere Nachtruhe wurde vom stündlichen Vorbeirauschen der Züge mehr als gestört. Die Gleise zwitscherten, die Loks dröhnten, die Erde zitterte und die Luftstöße ließen sogar die Zeltbahn flattern.

Die Myriaden an Grünen Zuckmücken ließen sich hingegen davon nicht abhalten, um in Schwärmen unseren Campingplatz zu besuchen.

Gottseidank stechen sie nicht und bilden ein wichtiges Glied in der Nahrungskette des Sees.

Wahrscheinlich war es auch diese ungeheure Anzahl an schwirrenden Insekten, die die Luft über dem Balaton derart laut metallisch sirren ließ, als seien hunderte Drohnen am Himmel unterwegs. Es ist schon etwas gespenstisch ….

Die Duschwand – hier ca. 1 qm –  ist übersät mit Mücken

Nach 2-1/4-tel Stunden Zusammenpacken und Frühstücken verlassen wir diesen unruhigen Ort. Das Thermometer zeigt morgens um 8 bereits 24 Grad an.

Uns kommen hunderte Radfahrer entgegen. Wenige so schwer bepackt wie wir, die meisten aber leicht bepackt auf Tagestour oder sogar Seeumrundung unterwegs.

Hilfreich für viele Biker ist auch die Möglichkeit in die Bahn zu steigen und die Fahrt auf den Schienen fortzusetzen. Vorbildlich sind die großen Gepäckwagen mit Servicepersonal, das beim Ein- und Aussteigen behilflich ist.

Von unserer Route zweigen wir ab, um nach einem kräftigen Anstieg in Tihany die alte Benediktinerabtei mit herrlichem Ausblick zu besuchen.

Das Kloster Tihany (historisch Abtei Tihany, ungarisch Tihanyi apátságˈtihɒɲ) ist eines der bedeutendsten historischen Baudenkmäler in Ungarn. Es befindet sich auf der Halbinsel Tihany am Balaton und wurde 1055 gegründet. Heute ist es ein Priorat der Benediktiner.

Wikipedia

Ein bisschen fertig nach dem Anstieg
Abfahrt
Balatonfüred, bekannt für die Herzchirurgie und Rehabilitation

Der Kurort ist bekannt für seine Mineralquelle und sein mildes Klima. Der Stadtkern besteht aus Gebäuden aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Aufgrund der jährlich etwa 170.000 Urlauber hat sich um den Stadtkern eine moderne Tourismus-Infrastruktur mit Hotels, Restaurants usw. gebildet. Balatonfüred hat zwei kostenpflichtige Badestrände, Kisfaludy und Esterházy. Diese beiden Strände liegen in der Nähe der Promenade. Eine traditionelle Veranstaltung ist der jährliche Anna-Ball.

Balatonfüred hat ein weltweit bekanntes Herzchirurgie-Zentrum mit zugehöriger Rehabilitationsanlage.

Wikipedia

Ein netter Binnenhafen
Ein gewaltiger 80 m hoher Lösshang im Hintergrund

Die drei Phasen der Entstehung

  1. Das Erbe des Pannonischen Meeres (vor ca. 10–12 Millionen Jahren)
    Das Fundament der Steilwände entstand im späten Miozän. Das damalige Pannonische Meer lagerte dicke Schichten aus blaugrauem Ton, Schluff und Sand ab. Diese tiefen, wasserundurchlässigen Schichten bilden heute die Basis der Wände. []
  2. Die Lößbildung in der Eiszeit (vor ca. 10.000–100.000 Jahren)
    Erst während der letzten Kaltzeiten lagerte sich der eigentliche Löß ab. Starke, kalte Winde bliesen feinen Gesteinsstaub aus den trockenen Steppen heran. Dieser Staub setzte sich als poröse, kalkhaltige und gelbliche Lößschicht auf den alten Meeressedimenten ab. [, 5]
  3. Die Formung durch den Balaton (vor ca. 5.000–15.000 Jahren)
    Als sich das Becken des heutigen Balaton am Ende der Eiszeit absenkte und mit Wasser füllte, begann die optische Formung. Starke Wellen peitschten gegen das Ufer (Abrasion). Sie unterhöhlten das Gelände so lange, bis die oberen Erdschichten senkrecht abbrachen und die heutigen Steilwände entstanden.
  4. Quelle AI

Erwähnenswert ist, dass die wenigsten Stellen des Balaton frei zugänglich sind. Meistens werden die schönen Strände kommerziell genutzt und daher abgesperrt. Daneben gibt es kleine Bereiche, die öffentlich zugänglich sind. Beispielhaft die beiden Fotos unten.

Das abgesperrte, kilometerbreite Freibad
200 m öffentlicher Strand

Aufgrund der schlechten Nacht auf dem Campingplatz, gönnen wir uns heute ein Apartment mit Pool.

Zu Hause schmeckt es doch am besten

Morgen fahren wir 55 km bis zum Velencer See und werden dort vielleicht in den Abgrund des Klimawandels blicken.

Da für den morgigen Abend Gewitter angemeldet sind, haben wir wieder eine feste Unterkunft gebucht.

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