Tirol, Tag 11: Brixen – Brenner (1370 müN) – Innsbruck, 97 km, 1330 hm

Der Brenner mit Schiene, Autobahn und Landstraße bildet eine der wichtigsten Nord-Süd Verkehrsadern Europas. Und ich habe diese Ader in der Nacht heftig pulsieren hören! Ein auf- und abschwellendes Dröhnen, noch übertönt durch das laute Fauchen und Rattern der vorbeirasenden Güterzüge. Dagegen war der Campingplatz an der Inntalautobahn die reinste Ruheoase.

Ohropax hatte ich leider nicht zur Hand. Entsprechend gerädert quäle ich mich um 7:15 Uhr aus dem Zelt und starte um 8:45 Uhr zu meinem nächsten Ziel: den Brenner!

Es geht durch das Eisacktal immer leicht bergan. Die gigantischen Verkehrstrassen, insbesondere die oft auf riesigen Betonstelzen geführte Autobahn prägen das Bild.

Franzensfeste
Mittewald
Im Eisacktal
Eisacktal vor Stilfes
Sterzing
Vor Gossensass
Wunderschönes Teilstück vor Naßtal – die Autobahn ist weit entfernt

11 km vor der Passhöhe führt die Strecke über eine alte Bahntrasse der Brennerbahn.. Hier lässt sich wunderbar und ungestört fahren.

Zwei kurze Tunnel gibt’s auch
Kirche Zachariasau

Der Brenner mit 1370 müN ist im Vergleich zum 2504 müN hohen Großglockner „relativ einfach“ gemeistert. In einem Café auf der Passhöhe mache ich die Bekanntschaft von Heath, einem 29 Jahre alten Neuseeländer, der ein paar Monate durch Europa radelt.

Mit Überquerung des Brenners verlasse ich Italien und folge nun in Österreich dem Silltal Richtung Innsbruck. Im Hintergrund sieht man die prächtigen Gebirgszüge des Wettersteins und des Karwendel.

Stafflach
Die Sill bei Statz
Hinter Matrei
Mühltal
Mühltal
Blick auf Patsch
Und hinab nach Innsbruck
Vor Igis
Vill

In Innsbruck angemommen, gönne ich mir eine Nacht im Hilton. Nein, Quatsch. Es ist die Jugendherberge mit sechser Schlafsaal. Aber fúr die kurze Nacht ist das ok und mit 29,50 € incl. Frühstück für Insbrucker Verhältnisse unschlagbar günstig.

Hier treffe ich auch Heath wieder und wir können zusammen etwas unternehmen. Wir fahren in die Stadt und kehren in der Markthalle ein.

Heath hat sich eine viermonatige Auszeit von seinem Job genommen. Er kümmert sich in Neuseeland um den Schutz und Arterhaltung von Kiwis. Momentan beträgt der Bestand in seiner Region nur ca. 550 Exemplare. Zum Aufspüren der Tiere nutzt er in diesem riesigen Gebiet oft einen Hubschrauber und es hilft ihm sein Hungarian Viszla, den er selbst über zwei Jahre abgerichtet hat und durch eine strenge Zertifizierung bringen musste.

Durch seine Arbeit kennt er ein Leben im Outback, so dass er auch hier oft wild zeltet und mit seinem Cannondale häufig auf abelegenen Mountainbike-Trails unterwegs ist.

Es ist spät geworden und wir mússen die Nachtglocke läuten.

Inzwischen sind mit mir vier von sechs Betten belegt Ich bekomme von niemanden etwas mit. Keiner schnarcht. Eine wunderbare Ruhe nach der Nacht an der Autobahn.

Gute Nacht.

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