Tirol, Tag 5: Fieberbrunn – Fusch am Großglockner, 58 km, 470 hm

„Gute Nacht!“, kann ich da nur sagen, denn ich habe gut und gerne 9 Stunden durch geschlafen.

Vor der Abfahrt um 9 Uhr fotografiere ich noch einmal meinen Zeltplatz mit dem üppigen „Vorgarten“ und lausche dem nervigen Fiepen des Grünfinken im Baum über mir.

Viel Platz für wenig Zelt

Große Aufregung beim Wohnmobilisten mit seinem Riesenschiff gegenüber im Eichenweg: Anscheinend war der Wassertank undicht und nun wird fleißig geschippt, gesaugt und getrocknet. Und alle gucken zu und geben kluge Ratschläge.

Mein Weg folgt der Fieberbrunner Ache bis hinauf zum bekannten Wintersportort Hochfilzen. Den kannte ich bis dato auch nicht.

Griessener Hochmoor

Dann werde ich mit einer 17 km langen Abfahrt entlang der Leoganger Ache bis hinab nach Saalfelden verwöhnt. Das ganze Gebiet scheint ein Eldorado für Mountainbiker und Downhill-Radfahrer zu sein. Ganze Heerscharen sind hier unterwegs und nutzen teilweise die Skilifte, um ohne eigenes Zutun auf die Berge zu gelangen, um dann in rasanter Fahrt hinabzustürzen.

Am schlimmsten sind die Herr- und Frauschaften, die sich kaum auf den eigenen Beinen halten können, aber laut rufend: „Achtung!, rechts fahren!“ mit ihren Ebikes angeschossen kommen. Man scheut sich mitunter auch nicht davor zurück, die schmale Lücke rechts von mir und dem Bordstein zum riskanten Überholen zu nutzen. Vielleicht gibt es bei diesen Geräten einen Tempomaten, den man nur schwerlich aus der Fixierung lösen kann?

Die haben’s auch nötig

In Saalfelden schmiert mir die freundliche Verkäuferin im Spar ein Käse- und ein Schinkenbrötchen, dick belegt für 3.06 €. Auf dem Parkplatz werde ich von Einheimischen – wie so oft – angesprochen, wo ich denn her käme und wo ich denn hin wolle. „Urlaub oder Pension?“ werde ich gefragt. Leider das Erstere muss ich zugeben.

Die Route knickt jetzt Richtung Süden ab nach Zell am See. „Sellamse“ sprechen es einige der vielen wirklich reichen Öl-Araber aus, die hier wegen Erholung oder Begleitung ihrer Angehörigen während deren medizinischer Behandlung anzutreffen sind.

Der Ort „Gerling“

Hier genieße ich mit meinem Gefährt mehr Aufmerksamkeit am „Grand Hotel“ als die vielen SUVs und Sportwagen.

Grand Hotel
So große Nutellatöpfe!
Zeller See

Kaum bin ich aus dem Dorf raus, fängt es richtig an zu schütten. Aufgrund der überaus schlechten Wetterprognose für den Alpenraum – es ist eine sogenannte „Genuazyklone“ im Anmarsch, ziehe ich es vor, gleich die nächsten drei Nächte im „Hotel Post“ zu verbringen. Abends spielt vor unserem Hotel sogar die „Musi“ auf.

Ein 66-jähriger Holländer aus Thorn stammend, (der weißen Stadt bei Roermond – witzigerweise ist er Maler, aber nicht nur „weiß“ wie er mir berichtet), der hier seit 25 Jahren zun Rennradfahren herkommt, gibt mir so einige Tipps zu den umliegenden Pässen im Radius von ca. 80 km. Der Großglockner ist darunter das größte Kaliber und ich habe einmal mehr sehr großen Respekt vor diesem Berg.

Ein Radfahrer im Hotel will es aber trotz der schlechten Wetterprognose morgen früh probieren. Ich warte mal lieber bis Sonntag, ob es dann geht. Wenn nicht, werde ich eine Route nördlich wählen.

So, genug jetzt, die polnische Servicekraft serviert Semmelknödel mit Gulasch.

2 Kommentare zu „Tirol, Tag 5: Fieberbrunn – Fusch am Großglockner, 58 km, 470 hm

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